Foto: A. Zelck / DRKS

Besuchshundestaffel im Seniorenzentrum St. Franziskus

Besuchshunde

Montagnachmittag im Seniorenzentrum St. Franziskus in Bad Säckingen: 10 SeniorInnen und Senioren sitzen in der Runde und warten gespannt auf die Mitglieder der DRK Besuchshundestaffel. Bis zu 4 Hunde in Begleitung ihrer Hundeführerinnen und Hundeführer statten der Runde inzwischen wöchentlich einen Besuch ab. Große Freude herrscht auf beiden Seiten, als die Vierbeiner den Raum betreten, auf die Wartenden zugehen und sie beschnüffeln. Die Hunde lassen sich streicheln, die kleineren auch auf den Schoß nehmen.

 

„Die Besuche der Hunde tun unseren Senioren sehr gut“, weiß Birgit Matt, Hausleitung vom Seniorenzentrum St. Franziskus zu berichten. „Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen darüber, wie sich Tierkontakte positiv auf Menschen auswirken, abgesehen davon nehmen wir dies auch bei unseren Heimbewohnern wahr. Das Besuchshundeteam wird montags immer sehnlichst erwartet, es ist schön zu sehen, wenn ein Heimbewohner im Rollstuhl mit dem Hundeführer und dem Hund an der Leine im Park spazieren geht, oder wenn das Tier bei einem schwer an Demenz erkranktem Heimbewohner ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Wir sind sehr stolz, dass die Besuchshundestaffel zu uns ins Haus kommt und dies auf rein ehrenamtlicher Basis“.

In einem Informationsblatt der Einrichtung informiert die Hausleitung über die positiven Auswirkungen in vielen Bereichen. Hier werden nicht nur seelische Aspekte gelistet sondern auch körperliche wie die Steigerung der Beweglichkeit, Koordinationsfähigkeit oder der Kraft und Ausdauer.

Dies sieht auch Hans Bracher, der Leiter der Besuchshundestaffel bestätigt. Die Gründung dieser Gruppe ging aus der DRK Rettungshundestaffel hervor, die er ebenfalls leitet. „Nicht jeder Hund ist auch ein geeigneter Suchhund,“ beschreibt er die Entstehung der Besuchshundestaffel. „Für solche Hunde mit ihren Besitzern ist oft die Arbeit als Besuchsteam eine sehr gute und erfüllende Alternative.“ Er betont aber auch, dass es für Besuchshundeteams ebenfalls Voraussetzungen gibt, die zu Beginn und dann regelmäßig überprüft werden. So müssen die begleitenden Menschen Freude an der Arbeit mit alten und behinderten Menschen haben sowie teamfähig und psychisch stabil sein. Hunde müssen charakterlich ebenfalls „gutmütig“ sein und einen Grundgehorsam mitbringen. Eine regelmäßige Impfung und Entwurmung muss nachgewiesen werden.

Bevor ein Hundeteam zum Einsatz kommt, muss es immer erst einen Eingangstest bestehen, in dem die grundsätzliche Eignung des Hundes ermittelt wird. „Für einen normal sozialisierten und kontaktfreudigen Hund stellt dieser Test kein Problem dar,“ so Bracher. Eine Ausbildung von mindestens 76 Stunden mit bestandener Prüfung ist die Voraussetzung für den Einsatz als Besuchshundeteam. Hier werden die Grundlagen für die Besuchstätigkeit, aber auch für den Umgang und das Verhalten der Hunde gelegt, sowie rotkreuzspezifische Themen vermittelt. Die erforderliche Prüfung muss alle 18 Monate absolviert werden.

Von diesen Anforderungen merken die Senioren in der Runde nicht viel. Sie genießen den Kontakt, und die lebendige Reaktion der Hunde auf ihr Streicheln und ihre Ansprache. Mit einem Lächeln sagt eine Seniorin: „Es ist so schön, dass Sascha (Besuchshund) wieder da ist“ und fällt ihm um den Hals.